Unterwegs nach Bethlehem

Viele Menschen sind unterwegs
Wir machen heute in unseren Gedanken eine Zeitreise. Wir reisen zurück in die Vergangenheit, wo vieles anders war als heute. Es gab noch keine Autos und erst recht keine Flugzeuge. Es kam noch keine Computer, nicht einmal Telefone. Und das Land hatte noch einen Kaiser. In der Zeit, in die wir reisen, war gerade Kaiser Augustus in Rom der mächtigste Mann der Welt. In Syrien hat er einem Mann mit dem Namen Quirinius zu seinem Vertreter eingesetzt, denn sein Land war so groß, dass er es unmöglich alleine regieren konnte. Heute haben wir alle einen Ausweis, einen Pass und dort steht genau drin wo wir wohnen. wir wohnen in Hunteburg, also steht in unserem Ausweis „Wohnort: Hunteburg“. Außerdem weiß unser Staat, die Regierung auch wie viele Menschen in Deutschland leben, wir werden gezählt: Wenn wir geboren werden, wird jedes Baby angemeldet und stirbt jemand, dann wird er wieder ausgetragen. So weiß man genau, wie viele Leute zu Deutschland gehören. Das war damals alles nicht so. Und weil nun aber Kaiser Augustus einmal wissen wollte, wie viele Menschen zu seinem großen Reich gehören, hat er beschlossen eine Volkszählung zu machen. So etwas hat es vorher noch nie gegeben: Es war die allererste. Und Kaiser Augustus hat das Gebot gegeben: Jeder geht in die Stadt, wo er herkommt, dort wo seine Familie zuhause ist. Dort liegen Listen aus und in die trägt sich jeder ein. Und so ging jeder in seine Stadt. Ganz viele Leute machten sich auf den Weg. Sehr viele Menschen waren in dieser Zeit unterwegs.

Maria und Josef sind unterwegs
Von zwei Menschen, die auch unterwegs waren kennen wir die Namen. Es war ein Paar und ihr alle habt schon von ihnen gehört: die Frau heißt Maria und der Mann heißt Josef. Josef wohnte in Galiläa, genauer noch in der Stadt Nazareth, aber er stammte aus dem jüdischen Land, aus der Stadt Davids, die heißt Bethlehem. Josef machte sich auf von Nazareth nach Bethlehem, zusammen mit Maria, die war schwanger. Für den Weg von Nazareth nach Bethlehem brauchten
sie mehrere Tage – es gab ja noch keine Autos. Josef wird zu Fuß unterwegs gewesen sein, vielleicht hatte er das Glück einen Esel bei sich zu haben. Und mit ihm war seine Verlobte, Maria, und Maria war schwanger. Sie spürte das Kind schon – wie es sich im Bauch bewegte – und der Bauch war schon richtig groß. Da ist solch eine Reise nicht leicht. Und die Reise war auch noch gefährlich, sie mussten durch Gebirge, über Flüsse und haben nachts vielleicht sogar unter freiem Himmel schlafen müssen. Das ist nichts, was für eine hochschwangere Frau toll ist! Das war richtig anstrengend! So ging Josef in seine Stadt, nach Bethlehem. Mit ihm auf dem Weg war Maria, vielleicht noch ein Esel, sie waren gemeinsam unterwegs.
Die Hirten sind unterwegs.

In der Nähe von Bethlehem, auf den Feldern waren Hirten zuhause. In der Nacht hüteten sie ihre Herde dort. Das waren eher arme Leute und weil sie sich nicht so oft waschen konnten – sie lebten ja mit den Schafen – rochen sie auch nicht so gut und waren bei den anderen Menschen nicht besonders beliebt. Sie machten sich nicht wegen dem Kaiser Augustus auf den Weg, sie waren ja
schon zuhause. Sie machten wegen einem Engel auf den Weg. Ein Engel hatte sie draußen auf dem Feld besucht und zu ihnen gesprochen. Ja sogar eine ganze Menge an Engeln des Himmels war plötzlich um sie, die hatten Gott gelobt und Gott die Ehre gegeben. Der Engel hatte den Hirten verkündigt: In der Stadt Davids – also in Bethlehem – da ist etwas Besonderes passiert, das ist eine
richtig große Freude, für euch und für das ganze Volk! Und wenn sie dorthin gehen, dann könnten sie es selber sehen. Das wollten die Hirten natürlich. Sie wollten dabei sein und sehen, ob das was der Engel ihn gesagt hat auch wirklich stimmt. Und so machten sie sich auf den Weg. Und nein, sie sind nicht einfach nur gegangen: Sie rannten dorthin. Sie hatten es richtig eilig. Sie konnten es nicht abwarten dorthin zu gelangen und alles mit eigenen Augen zu sehen. So waren die Hirten unterwegs.
Die Weisen sind unterwegs

In der weiten Ferne von Bethlehem, im Morgenland, da waren weise, kluge und reiche Männer, sie hatten einen Stern gesehen. Es war ein besonderer Stern am Himmel, eine Sternenkonstellation, die sie so nie zuvor gesehen hatten. Und diese Männer machten sich auf den Weg und folgten dem Stern. Irgendwie wussten sie: Dieser Stern zeigt uns etwas Besonderes. Und erst verliefen sie sich ein wenig, den Jerusalem, die judäische Hauptstadt, liegt ganz in der Nähe von Bethlehem. Und sie dachten natürlich: Etwas Besonderes und Wichtiges geschieht am wahrscheinlichsten dort in Jerusalem. Aber dann wurde ihnen von König Herodes der Tipp gegeben, dass sie vielleicht besser nach Bethlehem gehen. Und das haben sie dann auch gemacht. Der Stern ging vor ihnen her und blieb schließlich über Bethlehem stehen. So waren die Weisen aus dem Morgenland unterwegs, sie hatten eine lange und strapaziöse Reise auf sich genommen. Sie wussten nicht genau, wohin diese Reise sie führe würde. Aber sie ließen sich darauf ein, voller Neugier, Interesse und Spannung waren sie unterwegs.
Gott ist unterwegs
So viele Menschen sind unterwegs. Alle sind nach Bethlehem unterwegs: Maria und Josef, die Hirten mit ihren Schafen und die Weisen aus dem Morgenland. Und noch jemand ist unterwegs:
Das Baby.
Gott selbst ist unterwegs, er wird Mensch. Er ist unterwegs, er kommt in diese Welt, um uns Menschen nahe zu sein. Gott möchte dir und mir – durch Jesus, in Jesus – nahe sein.
Das Fest zum Geburtstag Jesu feiern wir an Weihnachten. Heute haben wir gesehen, wer da alles so zur Krippe nach Bethlehem unterwegs ist. Natürlich Maria und Josef, dann die Hirten und schließlich die Weisen. Diese Geschichte ist vor langer, langer Zeit geschehen, aber sie ist noch immer aktuell.
Denn auch heute möchte Gott uns nahe sein und wir haben die Möglichkeit zu ihm zu kommen. Wir müssen dafür nicht nach Bethlehem reisen. Nein: Indem wir Gottesdienst feiern, indem wir beten, indem wir Gott Lieder singen, indem wir die Bibel lesen, indem wir Gott ehren durch das, was wir tun, sagen und denken. So können wir zu Gott kommen, Gemeinschaft mit ihm haben und ihm nahe sein. Gott ist hier, in dieser Kirche, auf der Straße, bei dir zuhause. Gott ist an jedem Ort, auch wenn wir ihn nicht sehen können, wie das Baby in der Krippe von Bethlehem. Bevor Jesus in den Himmel
zurück gegangen ist hat er uns dieses Versprechen gegen: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt 28,20b) . Lasst und also unterwegs sein, Gott ist es schon längst.
Amen.

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